
Wenn in einem Projekt etwas schiefgeht, suchen wir fast automatisch nach dem Ort, an dem das Problem sichtbar wurde.
Wir suchen nach der Abteilung, in der der Fehler aufgetreten ist.
Mit den Jahren habe ich gelernt, dass das häufig der falsche Ausgangspunkt ist. Nicht weil das Problem dort nicht sichtbar wird.
Sondern weil es oft viel früher entstanden ist. Zwischen den Abteilungen.
Eines der wiederkehrenden Muster, das ich in Projekten beobachte, ist erstaunlich einfach.
Jede Funktion arbeitet engagiert.
Und meistens tun sie das auch.
Die eigentlichen Schwierigkeiten entstehen jedoch selten innerhalb einer einzelnen Funktion.
Sie entstehen an den Übergängen.
Keine dieser Annahmen ist unvernünftig. Genau deshalb sind sie so gefährlich.
Denn die Verbindung zwischen den Bereichen gehört selten einer einzelnen Person.
Sie entsteht gemeinsam.
Und genau deshalb glaubt jeder, jemand anderes habe sie bereits überprüft.
Dieses Muster begegnet mir nicht nur in der Pharmaindustrie.
Die Namen der Abteilungen ändern sich. Das Muster bleibt.
Deshalb interessiert mich heute weniger die Frage: Wer hat den Fehler gemacht?
Die spannendere Frage lautet:
Welche Verbindung haben wir als selbstverständlich angesehen, obwohl sie nie ausdrücklich hergestellt wurde?
Ein Gedanke begleitet mich seit vielen Jahren:
Engagierte Menschen können unbewusst schwache Systeme stabil erscheinen lassen.
Von außen wirkt das System stabil.
Bis eines Tages genau diese unsichtbaren Verbindungen nicht mehr ausreichen.
Dann sprechen wir:
Vielleicht ist das aber nur der Moment, in dem sichtbar wird, dass die Verbindung nie wirklich aufgebaut wurde.
Deshalb möchte ich Ihnen zum Abschluss eine Frage mitgeben.
Schauen Sie auf Ihr aktuelles Projekt, Ihren Prozess oder Ihre Organisation.
Was existiert dort nur deshalb, weil alle davon ausgehen, dass jemand anderes es bereits überprüft hat?
Vielleicht liegt genau dort der wichtigste blinde Fleck.
Und vielleicht beginnt genau dort das wertvollste Gespräch.
What Am I Missing?